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🧰 Hardware
Diese Seite erklärt den Hardware-Aufbau einer AllSky-Kamera: erst die Grundkonfiguration (damit die Kamera zuverlässig läuft), danach optionale Sensorik zur Erweiterung.
Zusätzliche Sensoren erweitern die Kamera um Messdaten: Wetter, Wolken, Himmelhelligkeit und Systemzustand.
💶 Budget & Optionen
Stand: 10.01.2026 • Preise teils abhängig vom Anbieter
Optionaler Sensorik-Anteil: 29,70 ۥ
Gesamt ohne Sensorik: 379,50 €
Gesamtsumme
409,20 €
Tipp: Starte klein – Sensorik kannst du später nachrüsten.
⚙️ Grundkonfiguration
Diese Komponenten bilden das Herzstück: Rechenleistung, Stromversorgung, Speicherung und das Kameramodul. Damit bekommst du ein stabiles System für Dauerbetrieb.
Ziel: Kamera läuft 24/7 und liefert Bilder & Ausgaben.
🍓 Raspberry Pi (Rechner)
Must-have
Du kannst einen Raspberry Pi 4 oder 5 verwenden. Empfohlen sind mindestens 4GB RAM (mehr ist besser), weil Bildverarbeitung, Timelapse/Keogramm/Startrails und Upload parallel laufen.
Tipp: Achte auf stabile Kühlung im Dauerbetrieb – besonders beim Pi 5.
🔌 Stromversorgung (PoE oder Netzteil)
Must-have
Für den Außenbetrieb empfehle ich PoE: Du brauchst einen PoE-Switch oder PoE-Injektor/Netzteil mit mindestens 30W. Der PoE-HAT muss zur jeweiligen Raspberry-Pi-Version passen.
Als Systemspeicher verwende ich eine SD-Karte. Minimum 64GB – besser 128GB, damit Logs, Updates und Pufferdateien langfristig stabil bleiben.
Tipp: Nimm eine hochwertige SD-Karte (Dauer-Schreibzugriffe).
📷 Kameramodul (z. B. HQ) + Objektiv
Must-have
Als Kamera geht die Raspberry Pi HQ-Kamera (klassisch) – alternativ funktionieren auch ZWO ASI Kameras. Beim Objektiv setze ich auf ein Fisheye, damit möglichst viel Himmel ins Bild passt.
Tipp: Ein gutes Fisheye-Objektiv ist der wichtigste Hebel für Bildqualität und Blickwinkel.
🧷 Kleinteile (Kabel, Adapter, Schrauben)
Notwendig
Neben Kabeln/Adaptern brauchst du typischerweise einen „Screw-HAT“ (Schraubklemmen-Adapter) für saubere Verdrahtung sowie einen 5V-Lüfter zur Kühlung im Gehäuse.
Tipp: Saubere Kabelführung reduziert Ausfälle und macht spätere Wartung einfacher.
🌐 Netzwerk (LAN/WLAN)
Notwendig
LAN ist im Außenbetrieb meist die stabilste Option. Für den Übergang ins Freie empfehle ich einen wasserdichten Netzwerkkoppler (RJ45), damit die Verbindung dauerhaft zuverlässig bleibt.
Tipp: Nutze Outdoor-taugliche Patchkabel und achte auf Zugentlastung.
🧷 Relais (Heizung/Lüfter schalten)
Notwendig
Damit steuerst du 12V-Heizung und/oder zusätzliche Lüfter automatisch. Das macht das System robuster bei wechselnden Bedingungen.
Tipp: Achte auf getrennte Strompfade (5V Pi vs. 12V Heizung) und saubere Masseführung.
🫧 Acryl-Dome & Dichtring
Notwendig
Der Acryl-Dome schützt Kamera und Optik. Ein passender Dichtring (O-Ring) sorgt dafür, dass der Abschluss am Gehäuse sauber und wetterfest ist.
Tipp: Dome regelmäßig reinigen – Schmutz und Mikrokratzer wirken direkt auf die Bildqualität.
Weiter geht’s
Wenn die Grundhardware steht, folgt als nächster Schritt das Gehäuse (Wetterfestigkeit, Dome, Heizung, Belüftung).
🧪 Erweiterungen: Sensorik & Extras
Mit Sensoren kannst du die Kamera „wissenschaftlicher“ machen: Wetterdaten, Himmelshelligkeit und Wolkenindizien werden mit den Bildern verknüpft und zentral gespeichert.
Alles optional – du kannst später jederzeit nachrüsten.
🌡️ Umweltsensor (BME280)
Empfohlen
Misst Temperatur, Luftdruck und (je nach Modul) Luftfeuchtigkeit. Hilft bei Diagnose und erklärt Bild-/Tau-Effekte durch Wetter.
Tipp: Sensor nicht direkt in den Luftstrom der Heizung setzen – besser etwas „abgesetzt“ im Gehäuse.
🌌 Himmelshelligkeit (TSL2591 / SQM-Ersatz)
Empfohlen
Erfasst die Helligkeit des Himmels (Lichtverschmutzung, Mond, Wolken). Ideal, um Nächte zu vergleichen und Grenzwerte fürs Processing zu setzen.
Tipp: Kalibrieren lohnt sich (z. B. gegen ein SQM/TESS). Montage so, dass kein Streulicht vom Gehäuse stört.
☁️ Wolken-Indiz (MLX90614 IR)
Optional
Misst IR-Temperaturen (Himmel vs. Umgebung). Daraus lassen sich Wolken- und Klarheitsindikatoren ableiten.
Tipp: Freie Sicht nach oben, nicht in Richtung warmer Gehäuseteile – sonst wird die Messung verfälscht.
💧 Feuchte / Zusatzsensor (DHT / SHT / HTU)
Optional
Zusätzliche Feuchtemessung (innen/außen) kann helfen, Tau-/Kondensationsprobleme zu erkennen und Lüfter/Heizung sinnvoll zu steuern.
Tipp: Für zuverlässige Werte sind SHT/HTU oft besser als DHT-Varianten.
🧊 Temperaturfühler (DS18B20)
Optional
Ein einfacher, robuster Temperaturfühler (z. B. für Gehäuse-Innenraum oder Dome-Nähe). Praktisch für Debugging und Regelung.
Tipp: Kabel und Durchführungen abdichten – Feuchte zieht sonst gern am Sensor vorbei ins Gehäuse.
Wofür lohnt sich Sensorik besonders?
Wenn du Vergleichbarkeit willst: gleiche Kamera, aber unterschiedliche Standorte/Nächte. Sensorwerte helfen, Bildqualität, Wolken und Himmelshelligkeit objektiver einzuordnen.
📦 Teile-Explorer
Unten findest du die komplette Teileliste als Nachschlagewerk. Suche filtert über alle Kategorien; Sensorik kannst du per Schalter ein-/ausblenden.
Teil
Preis
Raspberry Pi 4+ (4 GB RAM) o. Raspberry Pi 5 (~70€)
65,00 €
MicroSD-Karte 64–128 GB
10,00 €
PoE HAT (ACHTUNG: für Raspi 5 ein anderen PoE-HAT wählen!)
25,00 €
Raspberry Pi HQ Kamera (M12 oder C-Mount) (ACHTUNG: Flachbandkabel bei RPi4 und RPi5 sind unterschiedlich!)
60,00 €
Objektiv 185° F1.85 – F2.7
20,00 €
Noctua Lüfter 5V
16,00 €
Acryl-Dome 100 mm
16,00 €
Dichtringe Ø120 / 2,4 mm
5,00 €
PoE Injector 30W (Netzteil, indoor)
25,00 €
Heizring 2,8 W (dewcontrol.com) oder 3 Zementwiderstand 5 W 15Ohm (günstiger)
25,00 €
1-Kanal 5V Relais für Heizung
3,00 €
Teil
Preis
BME280 Temp/Hum/Press
5,00 €
DS18B20 Temp
3,00 €
4,7 kΩ Widerstände
0,10 €
TSL2591 Lichtsensor
5,00 €
Sammellinse 20°
0,10 €
MLX90614 IR Temperaturfühler
16,50 €
Teil
Preis
Dupont-Kabel (Jumper-Kabel) Set
7,00 €
Litze max. 0,25 mm² (schwarz & rot)
8,00 €
Kabel-Klemmen 2 Stück
0,50 €
Netzwerkkabel lang (Injector ↔ Kamera)
—
Netzwerkkabel lang (Dose ↔ Injector)
—
Netzwerkstecker wasserdicht
10,00 €
GPIO-HAT
15,00 €
Teil
Preis
ASA weiß 1 kg Rolle
17,00 €
ASA schwarz 1 kg Rolle
17,00 €
Teil
Preis
M3-Schraubenset Zylinderkopf
6,00 €
M3-Schraubenset Linsenkopf
6,00 €
Klebstoff „Kraftprotz“ (flüssig & gel)
13,00 €
Raspberry Pi HEX-Schraubenset
10,00 €
🧪
Empfehlung: Erst als Prototyp testen
Bevor du alles ins Gehäuse einbaust, lohnt sich ein Prototyp-Aufbau ohne Case. So kannst du Komponenten prüfen, Verkabelung planen und spätere Umbauten vermeiden.
Warum zuerst ohne Case?
Sensoren, Kamera und Raspberry Pi lassen sich in Ruhe testen.
Du siehst früh, ob Stromversorgung/PoE stabil läuft und nichts überhitzt.
Die spätere Kabelführung im Gehäuse wird viel klarer.
So gehst du vor
Baue die Grundkonfiguration auf einer offenen Unterlage (z. B. Tisch/Platte) auf.
Teste Kamera-Output und (optional) Sensorwerte, bevor du montierst.
Erst wenn alles stabil läuft, kommt der Einbau ins Gehäuse (mit finaler Verkabelung).
Schaltplan & Verkabelung
Der Schaltplan zeigt den grundlegenden Aufbau für Prototyping, Heizung, Lüfter und Sensoren. Mit diesem Aufbau kannst du die komplette Hardware testen, bevor sie ins Gehäuse eingebaut wird.
Tipp: Mach Fotos vom Prototypen und notiere dir Kabellängen/Stecker — das spart beim finalen Einbau richtig Zeit.
❓ Häufige Fragen
Kurze Antworten aus der Praxis – mit Bildern und Links.
Nutze einen PoE Injector mit mindestens 30W. Achte darauf, dass dein PoE-HAT IEEE 802.3af/at unterstützt und die passenden Ausgänge (5V Out und 12V Heater) bietet.
Der GPIO-HAT ist zur einfacheren Montage für Sensoren, Relais und Lüfter gedacht. Durch diesen Schraub-HAT lassen sich Kabel sauber befestigen und besser organisieren.
Die 20 Grad Sammellinse wird für den Lichtsensor TSL2591 verwendet und in das entsprechende Gehäuse eingeklebt. Sie schützt den Sensor vor Regen und Schnee und sammelt gleichzeitig das Licht aus einem 20-Grad-Winkel, was zur Reduktion von Streulicht beiträgt.
Viele Fragen rund um Hardware, Aufbau, Sensoren und Fehlerbehebung werden dort gemeinsam beantwortet – von Kamera-Besitzern und Interessierten aus dem Netzwerk.